Vito (vormals Basil)

Liebe Frau Hengstschläger,

nun ist es einige Monate her, dass wir Basil, in einer feuchtfröhlichen nächtlichen Namensfindungsaktion mit meinen Söhnen auf "Vito" umbenannt, in unserer Familie aufgenommen haben. Vito hat seine anfängliche Ängstlichkeit sehr rasch völlig abgelegt, was wohl auch der Tatsache gezollt ist, dass ich ihn gleich von Anfang an mit vielen anderen Hunden zusammengebracht habe, um ihn zu entkrampfen. Nach 2 Wochen, in denen er zitternd an mir geklebt ist, sobald ein anderer Hund gekommen ist und ich ihn immer wieder gelobt habe, sobald er sich auch nur ein kleines Stück aus der Deckung gewagt hat, hat er begonnen, sich für kleinere Hunde zu interessieren und langsam und vorsichtig, mit vielen Fluchten zu mir, sobald es ein bisschen wild wurde, mit ihnen zu spielen. Mittlerweile ist er ein richtiger Rabauke, der vor allem Hunde, die etwa dreimal so groß und fünfmal so schwer sind wie er, als Spielgefährten am attraktivsten findet. Wenn er es übertreibt, kassiert er dann schon mal eine Abreibung, das beeindruckt ihn allerdings nur noch sehr kurz und ich finde, so etwas tut ihm auch gut, wenn er wieder mal superpenetrant ist.

Am erstaunlichsten war für uns, dass er sich innerhalb von nur vier, fünf Tagen an U-Bahn (in den ersten beiden Tagen auf meinem Arm), Straßenverkehr und Autofahren gewöhnt hat und ausnehmend rasch stubenrein wurde, obwohl wir im Dachgeschoß wohnen und er die Liftfahrt ja quasi "zeitlich einkalkulieren" musste. Vito hat trotz seiner Jugend unglaublich schnell und verlässlich die Grundkommandos erlernt, geht - außer auf Hauptverkehrsstraßen - ohne Leine bei Fuß (natürlich sage ich ihm das Kommando noch öfter als meinem letzten Hund), stoppt auf "Steh!" beim Randstein, auch wenn er die Tauben auf der Straße wahnsinnig gerne jagen würde, und setzt sich erst auf "Geht schon" wieder in Bewegung. Er unterscheidet sein Spielzeug nach Namen (Puppi, Knochen, Bär, Ball, Ringerl usw.. ) und bringt auf Aufforderung voller Begeisterung den richtigen Gegenstand. Im Wald entfernt er sich nie aus meiner Hörweite - er ist unser dritter Hund, ich bin da natürlich gelassener als jemand, der noch nie Hundebesitzer war, bin schon am 2. Tag mit ihm leinenfrei auf den Wilhelminenberg gefahren und dachte mir, er kann sich gleich daran gewöhnen, dass nicht ich ihm, sondern er mir nachläuft - , kommt auf Pfiff, selbst wenn er mitten im Spiel ist, und letzte Woche hat er (nach langem Zögern, Wasser war ihm, trotz Hunderter in Ufernähe hingeschmissener "Holzis" zunächst gar nicht geheuer) auch schwimmen gelernt. Wir alle haben Riesenfreude an und mit ihm, meine großen Söhne (21 und 19) schleppen ihn überallhin mit, wenn es irgendwie geht, und der kleine, verspielte, anhängliche Kerl mit seinem großen Herz, seiner Quirligkeit (eben lernt er, neben meinem Rad herzulaufen, das wird allerdings noch ein wenig dauern, bis es wirklich gefahrlos klappt) und seiner gleichzeitigen Gelassenheit ist uns sehr, sehr ans Herz gewachsen.

Ihnen wollte ich danken, dass sie Ihre Bedenken (Jagdhund-Mix in der Großstadt) beiseite geschoben haben, sodass wir ihn aufnehmen konnten. Ich behaupte jetzt einmal, er hat es mit uns wirklich nicht schlecht getroffen.

Liebe Grüße und noch einmal vielen Dank! B. Ch.