Boggy

Grüß Sie, Frau Hengstschläger! 

Gestern vor einem Jahr haben wir Boggy abgeholt, heute vor einem Jahr bin ich hier zuhause mit ihr angekommen. Dem Weiberle geht es nach wie vor gut, Gott sei Dank und sie ist ein liebes Familienmitglied. Wenn ich denke, was sich an der Grenze Hegyeshalom - Nickeldorf geändert hat im Vergleich zum Vorjahr ... Letztes Jahr nur Weite und 2 alte Damen auf dem Bahnsteig in Nickelsdorf - heuer Station einer Völkerwanderung ... Möge sich Europa arrangieren und wir alle in Frieden miteinander unseren Weg finden!

In diesem einen Jahr war Boggy schon dreimal mit mir bei meinen Eltern im Bayr. Wald - meine Mutter ist jedesmal traurig, wenn wir wieder weg sind, auch wegen dem Hund :-). Im Juli feierte mein Vater in Passau in einem Hotel seinen 80. Geburtstag mit großem Familienfest und zwei Übernachtungen. Eine meiner Cousinen meinte "Das ist ja eine Zecke!", weil Boggy so was von friedlich immer bei mir war - beim Festessen unter dem Tisch und bei kurzen Gassigängen brav  "mit Verständnis für die Situation" alles erledigt, was zu erledigen war. Eine knappe Woche vorher waren wir auch schon im Bayr. Wald, weil ich meinen Eltern bei den Vorbereitungen für den eigentlichen Geburtstag zuhause geholfen habe, allen Wirbel mit Gratulanten hat Boggy lässig weggesteckt. Auto fährt sie wohl gerne mit, verträgt aber zu viele Kurven nicht gut. In Passau sind wir abends mit meinem Vater noch auf die Veste Oberhaus gefahren. Ich habe die Gelegenheit genutzt, dort mit Boggy ein bisschen zu gehen. Plötzlich bleibt sie stehen, setzt sich hin und schaut starr geradeaus. ich dachte, sie hört vielleicht aufziehenden Donner und habe gefragt was ist und sie zum Weitergehen ermuntert - nach ein paar weiteren Schritten hat sie sich übergeben - das war so lieb - ich hätt sie aufessen können vor Gernhaben :-) - das war wie wenn ein Mensch sagt "wart kurz, mir ist schlecht - ähm, geht schon wieder - nein, geht nicht, würg" - aber dann war alles wieder ok. Auch in Innsbruck war sie schon im Hotel, als wir unseren Studenten dort besucht haben und u.a. wandern waren. Beim Wandern passt Boggy sehr gut zu mir - sie geht nicht allzu gerne steil bergauf ("wie auch, ich komme schließlich aus der ungarischen Tiefebene :-)" ), leichte Steigungen und kommod vor sich hin ist ok. In Innsbruck war´s auch auf dem Berg noch so heiß, dass wir im ersten Stück allen Wasservorrat an den Hund verfüttert haben, Boggy sich das erste Mal in einen Bergbach gelegt hat (mittlerweile stöbert sie gerne durch Bäche, knurrt, tobt hin und her und freut sich) und Severin sie sogar ein sonniges Steilstück getragen hat. Die Männer sind noch zwei Almen mehr gegangen - Boggy und ich sind bald nach der ersten umgekehrt und haben es uns im Schatten gemütlich gemacht. Grade gestern waren wir auf einer Wanderung auf der Gerlitzen oberhalb dem Ossiacher See - knappe vier Stunden mit grad mal 10 Minuten Pause, wobei Boggy öfter sitzt als wir, wenn wir z.b. in die Landschaft schauen, nutzt sie die Rast :-)  - das packt sie gut so, die kleine Dame. Eins der angefügten Bilder ist von dort oben gestern. Die beiden anderen auch von gestern, mittags auf unserer Terasse. Boggy ist sehr wachsam - manchmal zu wachsam :-). Nachts bei offenem Fenster werden Katzen, Igel, oder sonst was draussen im Garten verbellt und bei einem Hauch von Störung vor der Haustür saust sie wie von der Tarantel gestochen hoch und verbellt. ich versuche die richtige Balance zu finden zwischen "Halt die Klappe!" und "Brav, gut gemacht!", weil, wenn ich alleine im Haus bin, ist ja genau das ihr Job ... Im Hotel muss ich ihr klarmachen, dass es in Ordnung ist, dass da auch andere Leute wohnen und vorbeigehen, wenn sie nicht bellen darf, grollt sie vor sich hin. Mit frei laufen lassen mache ich immer noch keine Experimente, weil sie der Meinung ist, Katzen, Vögel und Rehe gehören gejagt - da wäre sie bestimmt out of control .... Einmal vor kurzem nach einem Ausflug, wir hatten Besuch, sind wir im Finstern  zuhaus aus dem Auto gestiegen, Boggy stob davon, mir die Leine aus der Hand gerutscht und sie dem Nachbarskater hinterher -  da war ich schön in Panik - rufend und suchend durch die Nachbarschaft - mein Mann und Besuch hatten die Haustüre offen und Licht - kurz bevor ich wieder bei unserem Haus war, hatte sich Boggy dort eingefunden - was ja sehr gut ist, dass sie nach dem Jagen wusste, wo sie wohnt und dort wieder auftauchte .... Bei der Tierärztin ist sie sehr "cool" (Zitat Ärztin), lässt alles ohne Herzklopfen mit sich machen. Grad haben wir die Auffrischimpfungen hinter uns gebracht.  

Tja, wenn ich jetzt noch schaffe, die Bilder einzufügen, haben sie wieder mal ein kleines, rundes Lebenszeichen von uns :-). 

Alles Liebe Ihnen und herzliche Grüße

+ Uta B. 

PS: Ach ja, und beim Deutschunterricht mit Asylanten ist sie auch dabei, klappt gut.  

PPS: Und zweimal Sommerfrisur habe ich ihr geschnitten, ca. eine Stunde lang :-), weil schwarzer Hund in Sonne ist knallheiß :-).