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Nachruf auf Fienchen (vormals Mamo)


 

Nachruf auf Fienchen (vormals Mamo)


Gedankensplitter in Erinnerung an eine ganz große, aber leider nur kurze Liebe zwischen Lore und Fienchen:

Als mein Fienchen im Februar zu mir kam, war es Liebe auf den ersten Blick, aber sie hat mir gleich große Sorgen gemacht, wahrscheinlich war der ganze Umzugsstress für das alte Mädchen zu groß, obwohl er mit viel Umsicht und Pausen durchgeführt wurde. Bald erholte sie sich aber und wurde eine fröhliche, unheimlich liebe, allerdings mit einer kleinen Dackelsturheit behaftete Mitbewohnerin, die alle in meiner Familie sofort lieb hatten, auch mit meinen 2 Hundchen hatte sie kein Problem. Mein kleines blindes Pudelchen wurde allerdings von ihr manchmal ein bisschen "angeschnauzt", wenn sie durch ihre Blindheit bedingt, über das- fast immer- mitten im Weg liegende Fienchen stolperte. Wir konnten sogar schöne Spaziergänge machen in den ersten Monaten, zwar langsam, aber sie war an allem interessiert. Einmal hat sie eine kleine Ratte entdeckt, da wurde das Fienchen zu einer Kurzstreckenläuferin, ja der Jagdinstinkt war noch voll ausgeprägt. Langsam fingen dann die Beschwerden des Alters an ,sie einzuholen, wir waren viel beim TA und ein Besuch bei diesem löste bei Fienchen, die sonst so souverän ihr Leben meisterte, große Ängste aus, sodass ich diese Besuche auf ein Minimum reduzierte und einfach versuchte, ihr das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Mein Fienchen hat so gerne gefressen und Leckerchen waren ihr ein und alles, aber nicht die gewöhnlichen gekauften Hundeleckerchen, sie liebte nur Vitakraft-Würstchen und getrockneten Schlund, den ich aus Deutschland kommen ließ. Wenn sie bemerkte, dass ich den Schlund herrichtete, (ich musste ihn ja für sie in kleine Stückchen zerteilen, da die Zähnchen nicht mehr so gut waren ), dann hüpfte sie vor mir auf und ab wie ein Welpele. In der letzten Zeit begannen die Schmerzen in den Beinchen und ich musste ihr täglich zu der Herztablette noch ein Schmerzmittel geben , und langsam ließ ihre Mobilität nach, sie hat viel geschlafen und wollte nur mehr in die Wiese vor dem Haus zum Pipi und Häufchen. Danach kehrte sie sofort um und steuerte wieder die Haustüre an. Alle ihre Entscheidung hat sie ganz klar und sicher getroffen bis zum letzten Tag. Sie liebte ihre tägliche Routine und wusste genau, dass nach dem letzten Pipi es sofort ins Schlafzimmer ging, dort legte sie sich in ihr Bettchen und nichts und niemand konnte sie mehr dazu bewegen, das Schlafzimmer zu verlassen. Die ersten 2 Monate bei mir hat sie immer alleine in meinem Arbeitszimmer geschlafen, oft versuchte ich sie ins Schlafzimmer zu locken, aber sie kehrte sofort wieder um und legte sich in eins der Bettchen die im Arbeitszimmer stehen. Nie werde ich den Abend vergessen wo sie plötzlich - ich habe die Schlafzimmertüre immer etwas offen, damit die Hunde zum Wasser können - ganz langsam zu uns ins Schlafzimmer gekommen ist, sich in eins der Bettchen gelegt hat und von da an beschlossen hat, bei uns zu schlafen. Da wusste ich, sie ist wieder ein Stück weiter zu mir gekommen.

Dann kamen die großen Schmerzen im linken Beinchen und eine immer größer werdende Geschwulst im Bereich der linken Schulter, wie ja auch ihr ganzer Körper von vielen Tumoren durchsetzt war, sie konnte sich oft nur mehr sehr mühsam ein paar Schritte bewegen, und immer öfter verließen sie die Kräfte und sie sackte einfach zusammen. Ich versuchte sie noch mehr zu schonen, ich massierte sie (TTouch) damit sie ruhiger wurde, sie liebte es, die Schwierigkeit aber war, dass sie sich nicht aufheben ließ, da sie ja eine Verletzung im Rückenende hatte und das Aufheben ihr Angst machte vor den Schmerzen. Dann kam der Montag, sie hatte den ganzen Tag geschlafen und zwar nicht bei uns im Arbeitszimmer, sondern alleine im Schlafzimmer, sie hat sich also zurückgezogen, ich schaute öfters nach ihr und da fiel mir auf, dass sie immer in der gleichen Lage war, ich versuchte sie dann zu animieren zum Pipi gehen, aber das ging nichts mehr. Ich blieb die ganze Nacht bei ihr, habe sie immer wieder etwas umgebettet, weil sie es selbst nicht mehr schaffte, habe ihr ein Schmerzmittel gegeben, Wasser eingeflöst, weil sie sich nicht mehr aufrichten konnte und habe sie dann hinuntergetragen zum Pipi und sie hat sich nicht gewehrt, sondern ihr Köpfchen auf meine Brust gelegt und mir vertraut, meine Tränen waren nicht mehr zurückzuhalten, dies war der größte Liebesbeweis, den sie mir geben konnte. Sie konnte leider auch zum Pipi nicht mehr stehen, also legte ich sie auf den Bauch ins Gras und sie hat begriffen, dass es so gehen muss. Gegen in der Früh ist sie dann eingeschlafen und ich wollte noch abwarten, ob es ihr vielleicht noch einmal besser ging, aber die Lebensuhr von Fienchen war abgelaufen ,und ich ließ sie am Vormittag in meinen Armen -und auf meinem Schoß liegend- einschlafen. Kurz bevor die Beruhigsspritze gewirkt hat, hat sie mir noch einmal über die Hand geleckt.....

Ich habe sie so lieb gehabt- und sie mich- und dieses Band kann auch der Tod nicht zerreißen. Ich weiß, sie wird immer bei mir sein bis wir uns wiedersehen.












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